Mappe, Bewerbungsmappe

Dass Schnellhefter längst tabu sind, ist klar. Kein Problem, schließlich hält der Handel diverse Mappenmodelle bereit. Damit sie sich gut verkaufen, heißen einige sogar explizit „Bewerbungsmappen“. Doch welche nehmen? Eines der dreiteiligen Gebilde zum Aufklappen, das vorgeblich absolute Must? (Gibt es im Discounter inzwischen übrigens für 2,99 je 3er-Set.) Oder reicht eine der Clip-Klapp-oder-Schieb-Varianten? Aus Pappe oder Kunststoff? Farbe? Rot, weil auffällig, Schwarz, weil seriös, Magenta, weil zum Logo des angepeilten Telefonkonzerns passend?

 

Um hier eine sinnvolle Entscheidung zu treffen, versetzt euch am besten kurz in die Situation des Empfängers: Gut möglich, dass sich auf dessen Schreibtisch bereits fünfzig ungelesene Mappen türmen. Liebend gerne hätte er das Problem der Personalauswahl bereits erfolgreich gelöst. Das Gegenteil ist der Fall. Der gute Mann hat auch noch andere Aufgaben, steht unter Zeitdruck, befürchtet, sich falsch zu entscheiden (was teuer werden kann). Er greift also als erstes zur roten Mappe, die aus dem Stapel heraussticht. Oder zu einer quer liegenden. Oder zur obersten. Oder zu den dreiteiligen Gebilden. Oder eben nicht zu den dreiteiligen Gebilden (weil er sie unpraktisch findet). Frage an euch: Könnt ihr das vorher wissen? Und: Spielt es überhaupt eine Rolle, welche Bewerbung als erstes gegriffen wird? ... Eben.

 

Lasst euch also nicht von der Bewerbungsratgeberliteratur weis machen, ihr müsstet unbedingt dieses oder jenes Mappenmodell in dieser oder jener Farbe verwenden. Die Geschmäcker sind verschieden! Taktisch klüger ist es, sich antizyklisch zu verhalten: Gelten weiße Mappen als absoluter Renner, nehmt eben gerade nicht Weiß; ist eh viel zu empfindlich und unauffällig zwischen all dem Büro-Weiß (Mappen, Papiere, Wände, Tische).

 

Zahllose Personaler haben mir übrigens immer wieder bestätigt, dass weder Farbe noch Material die zentral wichtigen Mappeneigenschaften sind. Sondern vielmehr die, sagen wir, Bedienungsfreundlichkeit. So wird es wertgeschätzt, wenn die geöffnete Mappe ohne Zuhilfenahme der Hände, roher Gewalt, einer Kaffeetasse oder eines Lochers aufgeschlagen liegen bleibt (was bei Clip-Klapp-oder-Schieb-Varianten nicht der Fall ist, wohl aber bei spiralgebundenen Werken). Und als besonders lästig wird es empfunden, wenn Zeitaufwand für Such-, Sortier- und Einsteckarbeiten entsteht. Insbesondere das Anschreiben möchte der Empfänger schnell separieren können, weswegen man es tunlichst einfach lose beilegt.

 

Mein Tipp: Geht mit euren Unterlagen (Anzahl?, Papierstärke?) in ein gut sortiertes Schreibwarengeschäft und probiert dort verschiedene Modelle durch. Auf Tauglichkeit, Zweckmäßigkeit, Optik. Oder geht in den nächsten Copy-Shop, greift euch einen farblich passenden Karton, legt eure Blätter drauf (zuletzt das Deckblatt), verpasst dem ganzen Stapel oben eine transparente Folie und nähert euch freundlich einer Person, die sich mit Spiralbindungen auskennt. Achtung: Habt ihr eure A4-Blätter im Querformat bedruckt (höchst innovativ!), dann jagt die Spirale natürlich an der kurzen Seite durch die Chose.

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Barbara Späth

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