Charisma

Stellt euch Herrn F. bitte mal in einer Gruppe von Kollegen vor. Die Wahrscheinlichkeit für Tennissocken, Nasenhaare und einen Schlüsselanhänger mit Mini-Fußball ist hoch, nicht wahr? Ist das attraktiv? Nein. Und charismatisch schon gleich gar nicht. „Charisma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Gnadengeschenk, göttliche Gnadengabe, Berufung. Aber was heißt das konkret?

 

Von charismatischen Menschen geht (auf die meisten anderen) eine besonders anziehende, gewinnende, überzeugende (Sog-)Wirkung aus. Betritt ein solcher Mensch einen Saal voller Leute, so ist ihm überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit sicher; in Form interessierter, respektvoller, bewundernder Blicke. Fragt man genau diese Leute, warum dies so ist, werden als Antworten häufig genannt: eine „spezielle“ Aura (der Macht), ein „gewisse“ Mimik, eine „unverwechselbare“ oder „feste“ Stimme, „Glaubwürdigkeit“, „Begeisterungsfähigkeit“, „Emotionalität“, „selbstbewusstes Auftreten“ und eine „dominante, aber zugleich sympathische“ Ausstrahlung. Schmettert ein Barack Obama im Sommer 2008 ein dynamisches „Yes we can!“ vor der Siegessäule durch Berlin, so lockt dies, wie wir gesehen haben, rund 200.000 Zuschauer an, und beeindruckt die meisten auch. Keinem anderen US-amerikanischen Politiker, ob weiß oder schwarz, wäre dies in vergleichbarer Position an vergleichbarer Stelle in vergleichbarem Maße gelungen.

 

Manche Erwachsene haben vor charismatischen Persönlichkeiten Angst, weil sie befürchten, in ihren Emotionen und Ansichten manipuliert zu werden und dies nicht rechtzeitig zu bemerken; in diesem Zusammenhang wird Adolf Hitler oft als Beispiel genannt. Hitler war eine narzisstische Persönlichkeit, und tatsächlich vermutet die Psychologie einen Zusammenhang zwischen Narzismuss (kurz: Selbstverliebtheit) und Charisma. Auch Apple-Gründer und -Chef Steve Jobs gilt als charismatisch. Ferner Kennedy und Ghandi. Und Cruise. Und Haider. Und – haltet euch fest – Kohl.

 

Wirklich charismatische Persönlichkeiten sind sehr selten, und es ist auch nicht unbedingt erstrebenswert, als eine solche zu gelten; schließlich können auch Neider auf den Plan gerufen werden. Macht man seine Geschäfte freilich als Vortragender oder Trainer, so ist es durchaus vorteilhaft, anwesendes Publikum in seinen Bann ziehen und somit leichter überzeugen zu können. Dies gelingt vor allem mit gezielt eingesetzten Mitteln der Rhetorik und Körpersprache. Und das wiederum kann jeder bis zu einem gewissen Grad lernen bzw. üben. Belege hierfür finden sich auf jeder Kaffeefahrt: Es sind geschickte (und gewissenlose) Dummköpfe, die hier äußerst erfolgreich völlig überteuerte Rheumadecken und Heizkissen verkaufen. Warum das funktioniert, verrät uns u. a. die Zehn-zu-neunzig-Regel.

 

Jeder, der lieber unauffällig im Hintergrund agiert (statt vorrangig kommunikativ in Erscheinung zu treten), braucht nicht mehr als eine durchschnittliche Attraktivität. Na ja, Fachwissen und ein paar andere grundlegende Skills sollten natürlich gegeben sein. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Warum ich euch das erzähle? Nun. Eine Bewerberin mit charismatischer Ausstrahlung hat es im Vorstellungsgespräch oder Assessment Center erwiesenermaßen leichter als ihre Konkurrentinnen. Dank überzeugender Gestik, gutem Blickverhalten, geschickter Betonung. Und all dies lässt sich, wie eben bereits erwähnt, ein Stück weit trainieren.

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Dipl.-Sozialwirtin

Barbara Späth

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