Arbeitsprobe

Eine Arbeitsprobe ist nichts weiter als ein anschaulicher, konkreter, exemplarischer Auszug eures bisherigen Schaffens. Und der ist womöglich wahnsinnig interessant für den Empfänger. Tut ihm also den Gefallen: Informiert ihn, unterhaltet ihn, gebt ihm Futter! Was ihr als Arbeitsprobe wählt, und wie ihr sie darstellt, hängt natürlich von eurem Beruf ab. Und davon, ob die komplette Bewerbung per Briefpost oder via E-Mail rausgeht (bzw. irgendwo hochgeladen wird).

 

Nehmen wir erst den klassischen Postversand. Findet die Arbeitsprobe auf ein bis drei Seiten Platz, dann würde ich sie schön auffällig ziemlich weit vorne innerhalb der Mappe platzieren, jedenfalls weit vor irgendwelchen uralten Zeugnissen. Ist etwa die Mail-Variante angesagt, so gebt dem betreffenden Attachment bitte einen sprechenden (sich selbst erklärenden) Datei-Namen. Gleiches gilt für das Hochladen von Dokumenten im eigenen XING-Profil. Wer ein Blog oder eine eigene Webseite pflegt, der wird Arbeitsproben nahezu automatisch hier unterbringen - und sollte zuvor die Auswahl gut überdenken. Aufmerksamkeitssteuernde Links lassen sich wiederum z. B. über den Mikrobloggingdienst Twitter setzen, sofern man einen Account betreibt. (Es gibt auch Menschen, die eigens zur Arbeitssuche einen Twitter-Account einrichten; oder einrichten lassen, etwa von Leuten wie mir.)

 

Und jetzt ein paar Beispiele zum Inhalt: Der Projektmanager beschreibt und visualisiert sein jüngst erfolgreich abgeschlossenes Projekt (z. B. in Form einer Mind-Map oder einer Prezi-Präsentation); die Mediengestalterin verweist natürlich auf von ihr designte Internetauftritte; die zeichnerisch begabte Visagistin malt ein geschminktes Gesicht (passend: mit Kosmetikstiften); die zeichnerisch unbegabte Visagistin fotografiert eines ihrer Werke. Auch Landschaftsgärtner, Architekten, Dekorateure, Illustratoren, Produktdesigner, Grafiker u. dgl. zeigen ihr Können anhand von Fotos, Skizzen, Abbildungen, Grafiken, Plänen. Angehörige schreibender Berufe – wie Übersetzer, Journalisten, Redakteure, Autoren oder Werbetexter – verwenden naturgemäß eher textlastiges Material.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass Vergleichbares in jedem Beruf möglich ist, und in einigen Berufen ist es sogar ein Muss. So brauchen etwa Models seit jeher Sed-Cards und Model-Books.

 

Manchmal lässt sich die Qualität der eigenen Arbeit schlecht auf Papier oder in einer Datei demonstrieren. In diesen Fällen tun es dann z. B. eine beigelegte CD oder ein überlassenes Produktmuster. Aber Achtung, hier heißt es abwägen. Man will ja nicht zu forsch oder aufdringlich auftreten; oder zu viel preisgeben. Und Umstände sollte man dem Empfänger auch nicht zwingend bereiten. Eine URL (Internetadresse) ist schneller aufgerufen als eine CD eingelegt.

 

Auf Understatement und Cleverness setzt die indirekte Methode: Der Drehbuchautor verfasst einen Teil der Bewerbung als Drehbuch; der Buchhalter als Bilanz; der Projektmanager als Projektablaufplan; der Software-Entwickler als Programm. Und der Personalleiter als Vorstellungsgespräch (im Frage-Antwort-Stil). Ja, denn auch der sucht mal ’nen neuen Job. Und weist sich als Experte aus, wenn er schlaue Fragen - hier: an sich selbst - klug beantwortet.

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Dipl.-Sozialwirtin

Barbara Späth

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