Sie besagt: Die Gesamtwirkung eures Auftretens in Kommunikationssituationen wird nur zu ca. 10 % von dem bestimmt, was ihr sagt. Und zu 90 % vom Wie. Eine plakative Aussage, ja, und man mag sich fragen, wie die Forscher genau auf dieses Zahlenverhältnis gekommen sind. Aber lasst es ruhig 20:80 oder 30:70 heißen; das ändert ja nichts an der Kernaussage. Beziehungsweise an der Erkenntnis, die sie uns liefert. Und die wäre für manch einen frappierend; man denke nur an Herrn F. und sein Chaos in Laos.
Es ist die Rede von Kommunikationssituationen. Als da wären: Telefonat, E-Mail-Dialog, schriftliche Bewerbung, Vorstellungsgespräch (face-to-face), Kollegenschwätzchen, Videokonferenz, Gehaltsgespräch, schriftliches Konzept, Vortrag, Verkaufsgespräch etc. Nun. Schaut mal genau hin. In allen aufgezählten Situationen (und in noch viel mehr) nutzen wir unsere Sprache. Mal die gesprochene, mal die geschriebene, manchmal beides zugleich (etwa bei einer Powerpoint-Präsentation).
Wie ein gesprochener oder geschriebener Satz (das Was) beim Empfänger ankommt, hängt von diversen Begleitfaktoren (dem Wie) ab. Einige davon können wir ebenso beeinflussen wie das Was. Denkt allein bei mündlicher Kommunikation bitte kurz an: Blickverhalten, Haltung, sonstige Mimik und Gestik, Tonlage, Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Betonung, Duft, Pausengestaltung, Tonfall, Kleidung. Und jetzt überlegt, was davon euer Telefonpartner wahrnehmen würde. Und was ein Mensch, der euch gegenübersitzt. Oh, das ist wahrlich ein spannendes Thema. Deshalb haben sich auch zig Menschen schon mit ihm beschäftigt. Ich beschränke mich hier mal auf zwei. Nach Friedemann Schulz von Thun weist eine gesendete Nachricht (z. B. ein Satz) immer vier Seiten auf. Und Watzlawick sagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Er hat natürlich recht. Wenn ihr versteht, warum, seid ihr einen großen Schritt vorwärts gekommen.